Kommunale Klimaschutz Initiative

Die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle Klimaschutzziele gesetzt:

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sollen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.

Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Im Bereich der Abfallbewirtschaftung des Landkreises Gifhorn stellt die optimale Erfassung der klimarelevanten Methangase im Rahmen der Nachsorge von Deponien ein wichtiges Handlungsfeld dar, so dass die Umsetzung folgender vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten Modellprojekte im kommunalen Klimaschutz einen wesentlichen Beitrag zur schrittweisen Erreichung der Treibhausgasneutralität von Kommunen leisten.

Schritt 1:

Erstellung einer Potentialanalyse für die Deponie Wesendorf, Landkreis Gifhorn, als Klimaschutzteilkonzept im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)

  • Förderkennzeichen 03K00180; Förderzeitraum 1.10.2014 – 30.09.2015

Die Hausmülldeponie Wesendorf wurde von 1983 bis Mitte 2005 als zentrale Abfallentsorgungsanlage des Landkreises Gifhorn betrieben und verfügt über eine Basisabdichtung mit Sickerwasserfassungssystem. Seit 2007 ist sie im Plateau- und seit 2012 im Böschungsbereich mit einer Kunststoffdichtungsfolie temporär abgedichtet. Im Zuge dieser Abdichtungsarbeiten wurde ein differenziertes Deponie-Bewirtschaftungssystem (Gasbrunnen, Infiltrationssystem) eingerichtet.

Die biologischen Abbauprozesse und die erfassbare Deponiegasproduktion haben nunmehr bis zum Jahr 2014 soweit abgenommen, dass eine Gasverwertung technisch und wirtschaftlich nicht mehr möglich ist. Gleichzeitig ist noch mit einer Deponieschwachgasproduktion über viele Jahre bzw. Jahrzehnte zu rechnen. Daher wird nun die Deponiebelüftung zur beschleunigten Reduzierung der bioverfügbaren Restorganik im Deponiekörper angestrebt. Dieses ermöglicht die Vermeidung langfristiger klimarelevanter Methanemissionen und bewirkt daher einen nachhaltigen Klimaschutz.

Mit der Erarbeitung einer Potentialanalyse verfolgt der Landkreis Gifhorn im Sinne der Nationalen Klimaschutzinitiative das Ziel, eine Entscheidungsgrundlage für die Deponiebelüftung und ein strategisches Planungsinstrument zur standortbezogenen Umsetzung des Deponiebelüftungsverfahrens zu schaffen. Damit soll die Treibhausgasproduktion durch Vermeidung langfristiger klimarelevanter Methanemissionen effizient und in einem überschaubaren Zeitraum erreicht werden.

Schritt 2:

Installation des Deponiebelüftungsverfahrens für die Deponie Wesendorf, Landkreis Gifhorn, als Klimaschutzteilkonzept im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI);

  • Förderkennzeichen 03K07725; Förderzeitraum 1.03.2018 – 31.08.2019

Der Deponiekörper wird im Rahmen des NKI geförderten Projektes in einem Behandlungszeitraum von ca. 8 – 10 Jahren in einen emissions- und setzungsarmen Zustand überführt. Aufgrund der Vermeidung langfristiger, klimarelevanter Methanemissionen stellt dies einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz dar.

Eingesetzt wird ein Niederdruckbelüftungsverfahren. Dazu wurden 2018/2019 die technischen Maßnahmen für Bohrungen, Bau ergänzender Gasbrunnen und Gasleitungen (Abbildungen), Bau und Anschluss einer neuen Gasverdichterstation sowie einer Schwachgasbehandlungsanlage (Abbildungen) abgeschlossen. In der Übergangsphase zum Regelbetrieb konnten bereits erste Ergebnisse zum gewählten Verfahren erzielt werden.

Ab Anfang 2020 wird sich die Deponiebelüftung im Regelbetrieb befinden und es wird ein kontinuierliches Gasmonitoring erfolgen, das die Grundlage für die Steuerung der Absaug- und Belüftungsbrunnen darstellt.

Durch verstärkten Luft- bzw. Sauerstoffeintrag werden die Umsetzungsvorgänge im Deponiekörper unter zunehmend aeroben Milieubedingungen beschleunigt und die Methankonzentrationen der Abluft werden zu Gunsten steigender CO2-Konzentrationen fallen.

Durch die in situ Stabilisierung entsteht neben dem klimarelevanten Vorteil auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Aufgrund der beschleunigten Abbauprozesse entstehen langfristig geringere Betriebskosten für die Sickerwasserreinigung und den Betrieb einer Deponieschwachgasbehandlung. Zudem verkürzt sich die Nachsorgephase um mehrere Jahrzehnte. Der Systemaufbau der Oberflächenabdichtung des emissionsarmen Deponiekörpers kann angepasst werden und führt geringere Investitions- und Instandhaltungskosten mit sich. Eine frühere Rekultivierung der stillgelegten Deponie ist möglich.

Weitere Auskünfte beim Fachbereich Umwelt, Abteilung Abfallbewirtschaftung, Boden- und Immissoinsschutz (Tel.: 05371 82 – 775) sowie beim Büro IFAS, Hamburg.

Weitere Links:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Projektträger Jülich