Rechtliche Betreuung

 

Was ist eine rechtliche Betreuung?

Volljährige Personen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderung nicht mehr in der Lage sind ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise selbstständig zu regeln, können durch das Gericht einen Betreuer oder eine Betreuerin als gesetzlicher Vertreter, an die Seite gestellt bekommen. Dazu ist ein Beschluss durch das zuständige Betreuungsgericht zwingend erforderlich, die Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnort der betroffenen Person bzw. deren dauerhaften Aufenthalts. Da es sich hierbei, um einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte handelt, muss die betroffene Person mit der Einrichtung einer rechtlichen Betreuung einverstanden sein. Es sei denn der freie Wille kann aufgrund einer Beeinträchtigung nicht mehr gebildet werden.
Der gerichtlich bestellte Betreuer oder die Betreuerin unterstützt die betroffene Person zum Beispiel beim Regeln von finanziellen, rechtlichen oder gesundheitlichen Angelegenheiten. Die notwendigen Aufgabenkreise für die rechtliche Betreuung werden durch das Amtsgericht festgelegt und orientieren sich an dem Hilfebedarf. Eine Betreuung muss bei dem zuständigen Amtsgericht angeregt werden. Das entsprechende Formular ist bei der Betreuungsstelle des Landkreises Gifhorn hinterlegt.


Wer kann eine Betreuung übernehmen?

Als Betreuer oder Betreuerin werden bevorzugt Angehörige oder Personen aus dem nahen Umfeld der betroffenen Person ausgewählt, solange diese geeignet sind, die rechtliche Vertretung zu übernehmen. Sollten keine Angehörigen zur Verfügung stehen, können ehrenamtlich engagierte oder berufsmäßige Betreuer oder Betreuerinnen eingesetzt werden.
Wer berufsmäßig Betreuungen führen möchte, muss zunächst elf Betreuungen ehrenamtlich übernehmen. Bewerbungen können direkt bei den Mitarbeitenden der Betreuungsstelle eingereicht werden. Ehrenamtliche Betreuer und Betreuerinnen können sich bei Fragen gerne an den Gifhorner Betreuungsverein e.V. wenden.


Welchen Zweck haben Vorsorgevollmachten?

Die Erteilung einer Vorsorgevollmacht kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung verhindern. Wer frühzeitig eine Vollmacht erstellt, kann seine gesetzliche Vertretung und den Umfang der Vertretung selbst bestimmen. Ein entsprechendes Formular ist hier hinterlegt. Weitere Informationen erhalten sie in der der Broschüre Vorsorgevollmacht für Unfall, Krankheit und Alter.

Wir empfehlen Ihnen zusätzlich zur Vorsorgevollmacht eine Bankvollmacht zu erteilen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Betreuungsstelle des Landkreises Gifhornoder an denGifhorner Betreuungsverein e.V.


Muss ich eine Vorsorgevollmacht beglaubigen lassen?

Eine Vorsorgevollmacht ist mit Unterschrift des Vollmachtgebers oder der Vollmachtgeberin wirksam. Wenn der Vollmachtgeber oder die Vollmachtgeberin aufgrund von Unfall, Krankheit oder Alter die eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, sind die Bevollmächtigten sofort in den Umfang der erteilten Vorsorgevollmacht handlungsfähig.

Eine Beglaubigung ist sinnvoll, wenn Eigentum oder Gewerbe vorhanden sind. Eintragungen in dem Grundbuch und in der Handelskammer sind nur mit einer Beglaubigung möglich.

Dabei gibt es die Möglichkeit der notariellen Beglaubigung durch die Notare oder einer öffentlichen Beglaubigung durch die Betreuungsstelle.


Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Betreuungsstelle des Landkreises Gifhorn.